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Die milden Temperaturen lösen in den kommenden Wochen wieder Frühlingsgefühle bei den Amphibien aus und locken sie aus ihrem Winterversteck. Frösche, Kröten, Molche und Unken machen sich auf den Weg zu dem Gewässer, an dem sie geboren wurden, um sich selbst fortzupflanzen. Erfahre hier, wie du die Tiere bei ihrem gefährlichen Marsch unterstützten kannst.

Im Frühling haben die Kröten wieder Schmetterlinge im Bauch: Sie verlassen ihre Winterquartiere und laufen mehrere Kilometer und Nächte, um sich an ihrem eigenen Geburtsgewässer fortzupflanzen. Momentan ist es dafür fast überall noch zu kalt, aber ab Mitte März kann bundesweit mit nennenswerten Wanderungen gerechnet werden. Um den 20. März war in den vergangenen Jahren meist der Höhenpunkt der Amphibienwanderung. Weil das schon sehr bald ist, informiere ich dich hier über die wichtigsten Infos zum Thema und stelle dir einige Möglichkeiten vor, wie du die Tiere bei ihrer Wanderung unterstützen und schützen kannst.

Krötendamen tragen das Männchen Huckepack

Schon in der Kaulquappenphase werden die Kröten auf ihr Geburtsgewässer geprägt. Von diesem Moment an kehren sie jedes Jahr ab einem Alter von vier bis fünf Jahren zum Ablaichen zurück. Die Tiere finden den Weg, indem sie sich an dem Mond, den Sternen, Gerüchen und Geräuschen orientieren. Nicht selten sind sie dabei in Begleitung: Bei bereits verkuppelten Krötenpaaren trägt das generell etwas größere Weibchen das ihr angetraute kleinere Männchen häufig bis zum Laichplatz auf ihrem Rücken. Wenn viele Tiere das Laichgewässer nicht erreichen, weil sie beim Überqueren einer Straße sterben, kann das leicht ganze Amphibienpopulationen auslöschen. Dabei kannst du den Tieren ihren Weg mit einfachen Mitteln erleichtern.

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4 Tipps, wie du den Kröten helfen kannst

1. Bist du in den nächsten Wochen mit dem Auto in der Nähe von Auen, Fließgewässern und feuchten Gebieten unterwegs? Dann halte bitte nach Warnschilder mit Kröten am Straßenrand Ausschau. Viele Kröten, Frösche und andere Amphibien sterben bei dem Versuch eine Straße zu überqueren, weil sie dabei durch einen Autoreifen erfasst oder verletzt werden. Auch der Strömungsdruck der Autos auf die Fahrbahn kann die Tiere töten, ohne dass die Autos sie direkt berühren. Um den Druck so niedrig wie möglich zu halten, überschreite am besten in entsprechenden Gebieten nicht an das Tempo 30.

2. Egal ob am eigenen Heim oder auch Randgebieten von Städten: Kontrolliere bitte vorhandene Gullys, Lichtschächte oder Kanaldeckel ganz genau. Es kommt immer mal wieder vor, dass die Tiere in sie hinein fallen und von alleine nicht wieder herausfinden. Mit einer Taschenlampe ausgerüstet kannst du ganz einfach nach den Kröten zu suchen und in die Tiefen schauen. Gefundenen Tieren sollte behutsam herausgeholfen werden. Wenn du die Anlagen selbst verwaltest, dann kannst du Gullys z.B. mit feinmaschigen Netzen abdecken und so das Hineinfallen der Tiere direkt verhindern.

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3. Weil die Tiere immer wieder in ihr Geburtsgewässer zurückkehren, ist es sehr wichtig, entsprechende Gewässer zu erhalten. Falls ein Laichgebiet einmal verloren geht, können auch künstlich geschaffene Gewässer den Tieren helfen. Solche Ersatzgewässer kann man auch im eigenen Garten anlegen. Hier gilt es nur darauf zu achten, dass nicht nur die „schönen“ vegetationsreichen Weiher errichtet werden, sondern auch vegetationsarme Tümpel, die z.B. die Kreuzkröte benötigt. Solche künstlichen Biotope brauchen regelmäßige Pflege, um die Verlandung des Gewässers zu verhindern.

4. Wahrscheinlich hast du sie selbst schon mal am Straßenrand gesehen: Kleine, grüne Zäune aus Kunststoff, die kilometerlang aufgestellt werden, um die Kröten von der Fahrbahn fern zu halten. Wenn die Tiere auf den Zaun treffen, dann werden sie versuchen ein Schlupfloch zu finden. Dabei fallen sie in die alle paar Meter eingegrabenen Eimer, wo sie zumeist über Nacht gesammelt werden. Mehrmals täglich kümmern sich Helfer um die Kröten und bringen sie im Eimer sicher auf die andere Straßenseite.

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Naturschützer im Einsatz – mitmachen lohnt sich!

Durch die freiwillige Arbeit wird den Tieren das Überqueren von Fahrbahnen ermöglicht und die Existenz der Amphibien kann gesichert werden. Wenn du dich an dieser Arbeit gerne ehrenamtlich engagieren möchtest, dann informiere dich z.B. über das aktuelle Wandergeschehen auf dieser Seite des Naturschutzbundes (NABU). Ebenfalls hat der NABU in diesem Jahr die tolle Aktion „einen Prinzen retten“ ins Leben gerufen, bei dem ihr als Helfer ins Spiel kommt: Wenn ihr auch als Krötentaxi unterwegs seid und Zäune aufstellt, dann macht ein Foto davon und ladet dies auf der Aktionsseite oder auf Facebook mit #wirsindwaswirtun hoch und gewinnt mit ein bisschen Glück eins von 5 Frosch Frühjahrsputzpaketen inkl. kuscheligem Frosch. :)

Wie du siehst, kannst du die Amphibien schon durch wenige Maßnahmen bei ihrer gefahrvollen Reise unterstützen und damit zum Erhalt der Art beitragen. Ich hoffe auf jeden Fall auf viele Kaulquappen in den nächsten Monaten. :)

Viele Grüße,

eure Isabel von Ecowoman

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