background

Jeder Jahreswechsel ist ein guter Anlass, sich neue Dinge vorzunehmen. An Silvester feiern wir den Abschluss des alten und den Beginn des neuen Jahres. Das alljährliche Ritual gibt uns Kraft und Motivation für neue Wege im kommenden Jahr. Oft nehmen wir uns sehr persönliche Dinge vor, wie zum Beispiel mehr Sport, mehr in die Natur und weniger Süßigkeiten. Doch was ist mit globalen Themen? Ist es nicht höchste Zeit, unserer Umwelt eine größere Gewichtung zu geben?   

Noch wissen wir nicht, was uns das kommende Jahr bringt. Was wir jedoch wissen: Ein nachhaltiger Umgang mit unserer Erde und anderen Lebewesen wird von Jahr zu Jahr dringender! Das zeigen uns immer lauter werdende Naturkatastrophen, die voranschreitende Ressourcenknappheit, Hungersnöte und vieles mehr. Vielleicht hast du ja auch schon mit dem Gedanken gespielt, noch nachhaltiger, noch umweltbewusster und noch grüner zu denken und zu leben? Oder der Gedanke findet in diesem Moment Anklang in dir? Ich möchte dir einige Tipps und Inspirationen für ein grüneres Leben mit ins neue Jahr geben.

froschblog_artikelbild_1090x500px_vorsatz2 Einfach mal weniger Fleisch essen oder gleich ganz darauf verzichten

Fleisch wird oft immer noch blind konsumiert. Wer denkt schon an das Schwein beim Reinbeißen ins Schinkenbrot? Und wer macht sich Gedanken über das Rind beim genüsslichen Löffeln der Spaghetti Bolognese? Und genau darin liegt die Gefahr für einen übermäßigen Verzehr von Fleisch: im fehlenden Wachsein während des Essens. Auch für diejenigen, die bislang keine überzeugten Vegetarier oder Veganer sind, lohnt es sich, den eigenen Fleischkonsum zu überdenken. Schließlich schadet man damit nicht nur den Tieren, die in der Massentierhaltung unvorstellbare Höllenqualen durchleben. Man schadet auch der Umwelt. Der Treibhauseffekt wird durch die Fleischproduktion erheblich gepusht. CO2, Methan und andere Treibhausgase gelangen durch Viehwirtschaft permanent in die Atmosphäre. Und das nicht nur, weil Rinder solche Gase auspupsen. Auch die Abholzung wichtiger Wälder und Regenwälder sowie die Trockenlegung der Moore zerstören die Umwelt und fördern den Klimawandel. Also warum nicht einfach mal probeweise auf Fleisch verzichten? Schließlich gibt es unzählige leckere vegetarische Gerichte, die ebenso satt und zufrieden machen. Falls es nicht komplett ohne Fleisch gehen sollte, ist die „Sonntagsbraten-Variante“ eine Alternative. Da kommt einmal in der Woche Fleisch auf den Tisch, aber dann natürlich aus artgerechter und nachhaltiger Tierhaltung. Aber aufgepasst: Stattdessen massig Käse und andere Milchprodukte zu konsumieren ist auch nicht die Lösung – schließlich betrifft die Massentierhaltung auch diesen Bereich. Auch hier kommt es auf die Erzeugungsbedingungen und die Menge der konsumierten Produkte an. Dann lieber ein paar Euro mehr für das Ei oder den Käse bezahlen und einfach weniger davon essen.

froschblog_artikelbild_1090x500px_saisonales gemüse 3
Bewusst mit Nahrung umgehen und Lebensmittelreste reduzieren

Das Angebot an Nahrungsmitteln heutzutage ist so groß, dass es vielen Menschen schwer fällt, sich auf das Nötigste zu beschränken. Oft wird eingekauft, wonach der Magen schreit und was nicht gegessen wird, landet im Mll. Dass dabei wertvolle Ressourcen, in Form von Energie und Wasser, welche für die Produktion benötigt werden, verloren gehen, ist vielen im Alltag gar nicht bewusst. Für ein gewöhnliches 500-Gramm-Brot beispielsweise werden 500 Liter Wasser verbraucht. Hinzu kommen lange Transportwege nicht-regionaler und nicht-saisonaler Produkte, die durch CO2-Ausstöße das Klima belasten. Ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln beginnt bereits bei der Kaufentscheidung. Am umweltfreundlichsten sind regionale und saisonale Lebensmittel – diese sollten den größten Platz in der Küche einnehmen. Zudem ist es ein gutes Gefühl, zu wissen, wo das Essen auf dem Teller herkommt. Aber wie sieht es mit Lebensmittelabfällen aus? Diese lassen sich mit ein wenig Planung und geschickter Lagerung eigentlich ganz einfach vermeiden. Wer sich am Wochenende ein Stündchen Zeit nimmt für einen Essens-Wochenplan, spart nicht nur Müll sondern auch bares Geld. Denn wer weniger Lebensmittel verschwendet durch Einkaufen des Nötigsten, hat am Ende des Monats mehr Geld zur Verfügung. Ein solcher Wochenplan motiviert zudem viel eher dazu, neue Gerichte auszuprobieren und mehr Abwechslung in die Küche zu bringen. Auch durch die richtige Lagerung von Lebensmitteln werden Lebensmittelabfälle verringert. Tomaten und Äpfel sollten zum Beispiel immer gesondert aufbewahrt werden, da sie das Reifegas Ethylen aussondern und so benachbartes Obst schneller zum Verfaulen bringen. Gemüse lebt am längsten im Gemüsefach des Kühlschranks und Brot wird am besten in einem Behältnis aus Ton oder Keramik gelagert, in dem die Luft zirkulieren kann. Wenn Lebensmittel kurz vor dem Verderben sind, kann man sie einfrieren oder anderweitig konservieren – aus sehr reifem Obst lassen sich zum Beispiel Chutneys oder Marmeladen einkochen. Altes Brot kann zu Paniermehl oder Armen Rittern verarbeitet werden. Wem das alles zu umständlich ist, der kann für die nächste Mahlzeit eine bunte Restepfanne zaubern. Selbstverständlich aber nur mit Lebensmitteln, die geschmacklich auch miteinander harmonieren.

froschblog_artikelbild_1090x500px_weltmeere3Plastikmüll vermeiden – so gut es eben geht

Mülltrennung ist wichtig, aber Plastikmüll einfach in den gelben Sack zu werfen, löst nicht das globale Plastikproblem. Für die Plastikproduktion werden wichtige Ressourcen verschwendet, vor allem Erdöl, und Plastik wird nicht so einfach abgebaut. Ein Plastikstück braucht je nach Größe hunderte von Jahren, bis es sich zersetzt hat. Bei einer gewöhnlichen Plastikflasche soll es sich um ein knappes Jahrtausend handeln. Besonders schlimm ist die Verschmutzung der Weltmeere durch die Unmengen an Kunststoff. Das geht so weit, dass die tierischen Meeresbewohner Plastik mit Nahrung verwechseln und schließlich krank werden oder sterben. Und nicht nur das! Wenn wir Meerestiere essen, können wir nicht ausschließen, dass Plastikpartikel auch in unseren Mägen landen. Dazu zählen auch Mikroplastikteilchen. Diese sind in vielen herkömmlichen Kosmetikprodukten enthalten und gelangen mit jedem Duschgang oder Händewaschen in den Wasserkreislauf. Hinzu kommt, dass Plastik – egal ob in Kosmetik oder als Lebensmittelverpackung – gesundheitsschädlich ist, vor allem da wir im Alltag ständig damit in Kontakt sind. Plastik schadet der Natur und dem Menschen in hohem Maße. Was können wir nun konkret tun, um Plastik weitgehend zu vermeiden? Zum Einkauf sollte immer die eigene Stofftasche mitgenommen werden, so wird die Verwendung von Plastiktüten absolut überflüssig. Viele Lebensmittel können auch ohne Plastikverpackungen erstanden werden, zum Beispiel in speziellen Unverpackt-Läden – in diese nimmt man seine eigene Behältnisse zum Befüllen mit. Wer Obst und Gemüse frisch vom Bauern oder auf dem Wochenmarkt kauft, kann sich einen praktischen Einkaufskorb besorgen und verzichtet auch hier auf Plastik. Ebenso im Supermarkt darf Frisches aus dem Obst- und Gemüseregal auch ohne Plastiktüte im Einkaufswagen landen. Und Plastikflaschen benötigt niemand, schließlich gibt es nahezu jedes Getränk auch in Glasflaschen zu kaufen. Bei der Auswahl von Kosmetikprodukten kann man sich an bestimmten Listen orientieren – der BUND hat beispielsweise zu diesem Thema einen Einkaufsratgeber veröffentlicht. In den Kosmetikbereich fallen auch Zahnbürsten, die wir mehrmals täglich verwenden. Diese werden nicht mehr nur aus Kunststoff sondern auch aus Bambus gefertigt. Es gibt also viele Möglichkeiten, Plastik im Alltag zu reduzieren und diese sind gar nicht mal so kompliziert.froschblog_artikelbild_1090x500px_vorsatz3

Raus aus blinden Gewohnheiten und rein in ein bewusstes Denken und Handeln

Zum umweltbewussten Leben gehört zum Beispiel auch ein schonender Umgang mit Strom, Wasser und Heizenergie oder das Fahren mit dem Fahrrad statt ständig mit dem Auto. Und vor dem Kauf von Produkten aus der Lebensmittel-, Textil- und Elektroindustrie gilt es zu hinterfragen, wie diese hergestellt wurden. Ein nachhaltiges Denken und Handeln umfasst noch viele weitere Punkte, in allen Bereichen des Lebens. Auch wenn wir in einer Welt des Massenkonsums leben, müssen wir nicht blind mitschwimmen. Natürlich ist es bequem – aber diese Bequemlichkeit kann irgendwann zum großen Genickbruch führen. Unser Planet warnt uns vor: durch die Folgen des Klimawandels und die immer größer werdende Ressourcenknappheit. Noch können wir das Ruder rumreißen. Und zwar nicht, indem wir auf Regierungsentscheidungen und -handlungen warten. Sondern durch unser eigenständiges Handeln als Konsumenten. Jeder einzelne von uns trägt durch seine Kauf- und Konsumentscheidungen einen Teil zum Zustand unserer Umwelt bei. Natürlich können wir nicht komplett in die Steinzeit zurückkehren, schließlich leben wir hier und jetzt. Aber wir können bewusster durchs Leben gehen und vor allem dankbarer und fürsorglicher mit den Dingen umgehen, die unser Planet uns zur Verfügung stellt. Und das alles ohne Druck und ohne Zwang – sondern mit Freude darüber, dass wir unseren ganz eigenen, nachhaltigen Beitrag für die Umwelt leisten.

Ich wünsche dir einen großartigen Rutsch in ein umweltbewusstes neues Jahr!

Viele liebe Grüße

Emilie von ecowoman

 

 

Quellen: bund.net; vebu.de; zugutfuerdietonne.de

Artikel kommentieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *