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Jetzt ist Pilzsammelzeit! Gerade gibt es jede Menge Pilze in den Wäldern zu entdecken. Eine gute Gelegenheit, sich den Pilz einmal genauer anzuschauen. Vielleicht hast du dich auch schon mal gefragt, welche Aufgaben Pilze in der Natur haben? Und ob Pilze zu den Pflanzen oder Tieren zählen? Oder du wolltest immer schon mal wissen, was beim Sammeln zu beachten ist? Ich möchte dir einen kleinen Einblick in die spannende Welt der Pilze geben.  

Munter sprießen sie in den heimischen Wäldern: zahlreiche Pilze. Darunter echte Leckerbissen, aber auch viele giftige Exemplare, die teilweise ganz harmlos aussehen. Pilze spielen für uns in der Regel nur eine Rolle wenn sie auf dem Teller landen, zum Beispiel als schmackhafte Soße oder Zugabe zum Salat. Aber nicht nur dazu sind sie zu gebrauchen. Pilze erfüllen eigentlich einen ganz anderen Zweck, und zwar übernehmen sie eine wichtige Funktion in der Natur.froschblog_artikelbild_1090x500px_pilze 1 Tier, Pflanze oder einfach nur Pilz?

Ein Pilz ist weder Tier noch Pflanze, sondern einfach ein Pilz. Pilze haben ihre eigene Kategorie. Auch wenn man sie am ehesten den Pflanzen zuordnen würde, gibt es wichtige Punkte, die dagegen sprechen: Anders als Pflanzen leben Pilze von organischer Nahrung – also Substanzen, die lebendig sind bzw. einmal lebendig waren. Das können zum Beispiel tote Tiere oder altes Holz sein. Außerdem sind Pilze nicht auf Licht angewiesen, da sie keine Fotosynthese betreiben.

Wenn wir von Pilzen sprechen, meinen wir eigentlich den sogenannten Fruchtkörper des Pilzes – zum Beispiel Stiel und Hut von Steinpilz oder Champignon. Dieser ist für die Fortpflanzung zuständig. Der eigentliche Pilz wuchert unter der Erde, er bildet ein riesiges Geflecht, das viele Quadratmeter groß sein kann. In feuchter, dunkler und warmer Umgebung kann er sich richtig gut ausbreiten. Der Fruchtkörper ragt zu bestimmten Jahreszeiten aus der Erde, meist sind das Spätsommer und Herbst. Die Fortpflanzungszellen im Fruchtkörper nennt man Sporen, sie wohnen in der Fruchtschicht, in der Regel auf der Unterseite des Pilzhuts. Sie werden vom Wind zerstreut, sodass an anderen Stellen neue Pilze wachsen können.froschblog_artikelbild_1090x500px_pilze 3

Recyclingchampions und Symbiosepartner

Pilze sind natürlich nicht nur zum Essen da. Eine ihrer Hauptaufgaben ist das Recyceln im heimischen Ökosystem. Sie zersetzen alles Organische, was sich in ihrer Nähe befindet. Zum Beispiel Laub, Holz und Früchte, aber auch Materialien wie Horn. Dabei entstehen verschiedene Stoffe die wiederum gut für den Boden sind, sodass Pflanzen und Tiere letztendlich davon profitieren. Was Nachhaltigkeit angeht, haben Pilze also einiges zu bieten!

Außerdem sind sie Symbiosepartner vieler Pflanzen. Viele Bäume leben beispielsweise inSymbiose mit Pilzen. Unter der Erde verflechten sich Pilz und Baumwurzel miteinander und leiten sich so gegenseitig lebensnotwendige Stoffe zu. Der Pilz liefert dem Baum vor allem Wasser und wichtige Nährstoffe, im Gegenzug bekommt er Zucker und Eiweiß.

Allerdings tut nicht jeder Pilz dem Baum gut. Genauso wie es Pilze gibt, die giftig für uns Menschen sind, gibt es Pilze, die Pflanzen schaden und sie krank machen können. Man spricht dann von einem Pilzbefall. Aber nun endlich zu den Speisepilzen…

Aufgepasst beim Pilze sammeln!

Zu den beliebtesten Speisepilzen, die gerne selbst gesammelt werden, zählen Steinpilze, Stockschwämmchen, Maronenröhrlinge, Pfifferlinge und der Parasol. Sammeln sollte allerdings nur wer sich gut auskennt. Denn auch Pilze, die völlig harmlos aussehen und duften, können hochgiftig sein.

Beim Sammeln sollte immer ein Pilzführer in Buchform oder eine Pilzbestimmungs-App mit dabei sein, du solltest niemals auf gut Glück Pilze vom Boden pflücken. Wenn du nach dem Sammeln trotzdem noch unsicher bist, welche Pilze ganz sicher essbar sind, kannst du dich an eine öffentliche Pilzberatungsstelle in deiner Nähe wenden. Bist du ein absoluter Pilz-Neuling, ist eine geführte Pilztour genau das Richtige. Dort erfährst du zum Beispiel auch, wie Pilze richtig vom Boden entfernt und gelagert werden.

Ich wünsche dir eine tolle und vor allem leckere Pilzsaison! Ob Steinpilz, Parasol oder Stockschwämmchen, lass dir die Schätze unseres Waldes gut schmecken! :) froschblog_artikelbild_1090x500px_pilze 2Aber nicht vergessen: Manch essbarer Pilz ist in roher Form giftig und sollte vor dem Verzehr unbedingt gegart werden.

Viele herbstliche Grüße,

deine Emilie von ecowoman.

 

Quellen: NABU; www.wasistwas.de

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