background

Mit dem Herbst wird die Luft wieder frischer und die heimischen Wälder verlocken zu Wanderungen oder Spaziergängen, bevor der Winter einbricht. Mich zieht es regelmäßig in den Wald. Denn dort spüre ich immer eine ganz besondere Art der Ruhe und Entspannung. Und tatsächlich soll der Wald außergewöhnliche Kräfte in sich tragen.

Interessant finde ich, dass die deutschen Wälder – trotz der unschönen Entwaldung – immer noch etwa ein Drittel der Landesfläche einnehmen und somit einen Großteil von Deutschland ausmachen. Warum also immer in die Ferne schweifen, wenn wir das Naturerholungserlebnis vor der Haustür haben? In unseren Wäldern sind vor allem Tannen, Kiefern, Fichten, Buchen und Eichen vertreten – wobei jede Baumart ihre ganz eigenen Qualitäten hat und damit zu einer harmonischen Waldatmosphäre beiträgt. So auch zahlreiche andere Pflanzen und Tiere.
froschblog_artikelbild_1090x500px_wald2 Eine grüne Oase namens Wald

Wer den Wald betritt, findet sich in einer ganz eigenen Welt wieder: Die Bäume ragen in Höhen, die wir in der Stadt nur von Hochhäusern kennen. Der Boden ist abwechslungsreich – mal weich, mal steinig, mal matschig. Und inmitten beruhigender Stille sind immer mal wieder Geräusche zu hören, die uns daran erinnern, dass der Wald lebt! Wilde Tiere, zahlreiche Pflanzen und prächtige Bäume, aber auch Pilze und andere Organismen bilden gemeinsam das Ökosystem Wald.

Teamwork zwischen Bäumen, Pflanzen und Tieren

Dieses Ökosystem ist richtig beeindruckend! Wusstest du, dass die Bäume im Wald miteinander kommunizieren? Sie senden sich Botschaften, um den Wald zu schützen und zu erhalten. Sind zum Beispiel einige Bäume von Schädlingen befallen, können sie die Nachricht „Vorsicht! Schädling im Anmarsch!“ an weiter entfernte Bäume senden. Die Empfängerbäume können sich schützen, indem sie noch vor dem Befall Abwehrstoffe gegen die Schädlinge bilden. Auch natürliche Feinde der Schädlinge, wie bestimmte Tiere, können so angelockt werden. Selbstverständlich findet kein Briefverkehr zwischen den Bäumen statt. Die Bäume und Pflanzen verständigen sich über chemische Substanzen miteinander. Meist sind das sogenannte Terpene, eine Gruppe sekundärer Pflanzenstoffe.

froschblog_artikelbild_1090x500px_wald1Der Wald stärkt das Immunsystem

Terpene können allerdings noch viel mehr: Sie wirken auch auf uns Menschen ein. Bestimmt kennst du das, dich nach einem Waldspaziergang körperlich so richtig fit zu fühlen und voller Energie für die kommenden Tage. Mir geht es nach einem Waldbesuch eigentlich immer so. Der Effekt auf das körperliche Wohlbefinden ist enorm! Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass unser Immunsystem im Wald so richtig angeregt wird. Wie das funktioniert? Bestimmte chemische Stoffe, die von den Bäumen an die Luft abgegeben werden, steigern beispielsweise die Leistungsfähigkeit der natürlichen Killerzellen. Diese Killerzellen gehören zu den weißen Blutkörperchen und zerstören entartete Zellen im Körper. Wenn das mal kein Grund ist, regelmäßig in den Wald zu gehen… Generell gilt: Je häufiger und länger wir im Wald sind, desto mehr unterstützen wir damit unser Immunsystem.

Kein Gedankenchaos mehr am grünem Kraftort

Nicht nur der Körper wird im Wald wieder in Topform gebracht, auch Gedankenhygiene kann in der grünen Oase stattfinden. Wenn wir ganz bewusst tief ein und ausatmen, können wir unsere Gedanken wieder sortieren und reinigen. Das kennen wir von diversen Entspannungstechniken, im Wald funktioniert es allerdings besonders gut. Denn als Ort der Ruhe begegnen uns im Wald in der Regel keine Störenfriede wie klingelnde Telefone, hektischer Straßenverkehr, gestresste Mitmenschen oder künstliches Licht. Stattdessen erwartet uns dort eine natürliche Atmosphäre, die Kraft schenkt anstatt Nerven zu rauben. Auch ist es ein Unterschied, ob wir im Sportkurs eine Abschlussmeditation im geschlossenen Raum machen, zwischen künstlichem Licht und anderen verschwitzten Kursteilnehmern – oder ob wir uns im Wald befinden und dort durch die Bäume gefilterte Luft einatmen und entspannenden Hintergrundgeräuschen lauschen.froschblog_artikelbild_1090x500px_wald3

Die Wald-Entspannung kann bei jedem anders aussehen. Der eine sucht sich vielleicht gerne einen ruhigen Platz zum Meditieren, der andere lässt die Eindrücke des Waldes lieber unterwegs auf sich wirken. Ich spaziere am liebsten gemütlich an den Bäumen vorbei und finde meine Ruhe im Gehen, ruhigen Atmen und einem guten Gespräch mit meiner Wanderbegleitung.

Ich hoffe, du hast nun richtig Lust auf deinen nächsten Waldspaziergang bekommen. Dabei wünsche ich dir ganz viel Entspannung und vor allem neue Kraft für den oft so stressigen Alltag!

Herbstliche Grüße,

deine Emilie von ecowoman.

 

 

Quellen: BMEL; G. Arvay, Clemens: Der Biophilia Effekt, Wien 2015, edition a
Bildquellen: lightpoet, luislouro, yellow2j

Artikel kommentieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Frank sagt

Hallo und danke für den tollen Artikel.
Es ist wichtig die Pflanzen und Bäume im eigenen Garten richtig zu pflegen.
Mein Onkel lässt seine Bäume immer professionell pflegen.
Hier ein Link dazu: http://www.der-landschaftsgaertner.de/82.html
VG Frank

Antworten